Musik: Tillevision
Vogelstimmen: Cutterlysator
Text: Steiner
Mit Mucke wird von uns keener reich,
dit is klar wie Glas,
alles was wir haben können
ist ein Haufen Spaß
Wow, der Text ist tief,
doch wer zahlt dafür Kies?
Ich tu es trotzdem für Dich,
damit Du es genießt.
Wie oft gesagt, dit is Herzensache,
wir krachen ein
wie Mietskasernen in Karow
Mir kommen oft die Tränen,
wenn ich Kunden seh,
die im Young Collection Outfit ihre Runden drehen,
mit Kopftuch und ‘nem Basecap dabei.
Ich sag Dir eins mein Freund:
Ey, da haben wir nichts versäumt.
Du läufst rum wie ick,
ick latsch’ rum wie Du,
durch einen Bezirk, der uns prägt,
ich mach die Mucke dazu.
Mit Gründerzeitfassaden, Glas und Stahlbeton.
Ein Typ bleibt traurig stehen
mit Tränen wie King Kong.
Vorn an der Ecke, da warten
20 Mann auf grünes Licht vom Ampelmann
und jeder schiebt ‘nen Harten.
Sieh bloß keinem ins Gesicht,
außer hübschen Mädchen!
Frag mich bitte nicht warum.
Stell die Frage Gretchen.
Berlin wird dieses Jahr 770.
Die faltige Sau mit kalter Schnauze
find ich ziemlich niedlich.
Ich mag den Helmholtzplatz.
Ich mag den Kollwitzplatz.
Doch zwischen Kaffeetassen und Kinderwagen
ist für mich kein Platz.
Ich kann es nur wiederholen.
Wir können es nicht wieder holen.
Wir haben es fallen gelassen.
Jetzt können wir uns den Arsch versohlen.
Ich finde es voll doof, dass das so geschehen ist.
Was hab ich verbrochen, dass hier nichts mehr schön ist?
Ick mag den Mauerpark,
ick mag den Thälmannpark.
Ick wees wie et früher war,
doch dit jeht nie wieder klar.
Fall in Selbstmitleid und gib Dich auf!
Klar, wenn Dir dit irgendwat bringt – nur zu!
oder raff Dich auf und ball die Faust,
wie icke zum Beispiel. So!
Denn ich bin hier der letzte Kämpfer,
krieg andauernd krasse Dämpfer.
„In P-Berg wird sich nichts mehr ändern.“,
pfeifen die Spatzen vom Geländer.
Wahr haben will ich es trotzdem nicht,
auch wenn ich krass das Kotzen krieg.
Kaum noch Leute, die ich hier kenne,
wenn ich durch die Straßen renne.
„Ist vielleicht auch nicht so schlimm.
Man muss sich auch mal trennen können“,
meint mein bester Freund zu mir.
Will der mich jetzt provozieren
oder krass aufs Glatteis führen?
Wir haben hier doch was aufgebaut
und wenn man noch genau hinschaut,
dann kann man noch die Spuren sehen.
„Wilde 7“, „Atelier“ (89),
knutschen auf dem Nachhauseweg,
okay, das war nicht produktiv,
sitzt aber trotzdem ziemlich, ziemlich tief.
Lieber Superadiohörer!
Fall in Selbstmitleid und gib Dich auf,
aber warte damit bis nach der Sendung.
Oder raff Dich auf und ball die Faust.
Und dann gehen wir mal raus, wa?
Ähm, Arsch hoch, Arsch hoch, Arsch hoch, Arsch hoch,
sonst verbann ich Dich nach Mahlow,
P-Berg braucht ne Frieda Kahlo
und keinen Spießerstinknormalo,
der mich anzeigt, statt zu wixn,
und nüscht macht als rumzusitzen.
Gülle labern ist nicht schwer,
genauso wie Geschlechtsverkehr,
drum sind die Kitas nicht mehr leer.
Yuppiekinder in daycare
throw your hands up in the air
als wär ich cooler Bankräuber!
P-Berg war nie Pankow, yeah!
Rollt die Köpfe wie Robespierre!
Souverän und voll legere
lauf ich dann durch meine Hood
und sag hallo und fühl mich good.
Drück ich mich nicht deutlich aus?
Komm mit mir gleich noch heute raus!
Wir lachen Yuppiebräute aus. Hahaha.
Fallt in Selbstmitleid und gebt Euch auf,
oder lasst es bleiben.
oder rafft Euch auf und ballt die Faust.
Fallt in Selbstmitleid und gebt Euch
auf Superradio
oder rafft Euch auf und ballt die Faust.