Posts Tagged ‘Songtexte’

Sven is back

Thursday, May 14th, 2009

Musik: V.Raeter
Text: Steiner

Disko in der U-Bahn, die Signale stehen auf grün.
somebody, anybody, everybody - scream!
Ich bin der Typ mit dunkelblonder Vokuhila,
mit den weißen Tennissocken,
mein Schlüpper der ist lila,
ich bin völlig ungelenkig,
denn ich hab nur steife Glieder.
Ihr habt mich lange nicht gesehen
heute sehr ihr mich mal wieder.
Jaaaa, die Leute feiern hier und schaukeln die Eier.
Ich bin der Ostberlin-Number-One-Befreier.
Geier kreisen am Himmel,
um mich rappen zu sehen,
ich bin von Leuten umgeben,
die meine Sprache verstehen.
Ich bin Steiner und nicht Dr. Dre.
Wo sind die Innercity Kinder?
Ich will Eure Arme sehen?
Ich fahr gern U-Bahn,
mache Disko und Tags da.
Vier Mark sind mir zu teuer,
heute Abend lege ich Feuer.
Ich sehe das Funkeln in Deinen Augen,
sehe Dich strahlen und grinsen
und höre Zivten und Bifis,
wie sie jammern und winseln.
Auch wenn die Zeiten und Gesetze ständig härter werden
solang es Steiner noch gibt, gibt es auch Steine und Scherben.

Auf’m Berg

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Tillevision
Text: Steiner

Kommt mal nach vorn! Jenau!
Spitzt mal die Ohren!
Was wollt ihr dahinten?
Da habt ihr nichts verloren.
Hier brennt das Licht.
Hier spielt die Musik.
Hier kann man gut das Tanzbein schwingen
und singen wie ein Freak.

Was ihr hört, sind die Supersongs von Jenz Steiner.
Jedes Lied trifft wie ein Pfeil in Dein Herz.
Was ich mach, traut sich sonst auf der Welt ja wohl keiner.
Fühl’ Dich frei und komm mit!
Wir klettern rauf auf den Berg.

Hier oben ist es gemütlich.
Der Wind pfeift um unsere Ohren.
Wenn wir zwei Flügel hätten, wir flögen davon.
Wir haben nur Arme und Beene und uns tierisch doll gern.
Vor uns liegt Berlin, doch wir hören keinen Lärm.
Nüscht hören wir, keene Silbe.

Was ihr hört, sind die Supersongs von Jenz Steiner.
Jedes Lied trifft wie ein Pfeil in Dein Herz.
Was ich mach, traut sich sonst auf der Welt ja wohl keiner.
Echt nicht! Niemand traut sich das. Ich frag mich warum.
Fühl Dich frei und komm mit!
Wir klettern rauf auf den Berg.

Deine Haare, die glitzern rötlich im Sonnenlicht.
Dein blauer Schal schmiegt sich schön weich in Dein Gesicht.
Noch gestern waren wir alleine.
Heute sind wir zusammen
und ich fasse mein Glück nicht,
drück Dich an mich heran.
Ich nehm Dich in den Arm.
Du bist so schön warm.
Hast Klasse und Stil und tierisch viel Charme.
Du hast mich entzückt und machst mich verrückt.
Ich will mit Dir das Tanzbein schwingen.
Ich bin Jenz im Glück.

Was Du hörst, ist ein Liebeslied von Jenz Steiner.
Jedes Wort trifft wie ein Pfeil in Dein Herz.
So geküsst wird ja sonst auf der Welt erstmal keiner.
Fühl Dich frei und küss mich, den King vom Prenzlauer Berg.

(Danke an Jalda)

Schönhauser Allee

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Cutterlysator
Text: Steiner

In der Schönhauser Allee
da hab ich sie gesehen,
sie war so wunderschön,
mein Herz, das blieb gleich stehen.

Ich steh an der M10
und denk, die Frau muss ich wiedersehen.
Ich komme jetze schon gar nicht mehr klar,
hab nur im Bild im Kopf.
Was soll ich denn jetzt machen?
Mein Herz will fast platzen.
Von den Dächern pfeifen Spatzen.
Ich find es so krass, so krass.
Mein Döner bleibt mir
und mein Begleitbier
fast im Halse stecken.

In der Schönhauser Allee
da hab ich sie gesehen
Ich stopp das Weltgeschehen
um sie noch einmal zu sehen
Ja, nur ein einziges Mal
befreit mich von der Qual.
Sie hatte rotes Haar
und auch so einen blauen Schal.

In der Schönhauser Allee,
da hab ich sie gesehen
Ich würde die ganze Welt aufhalten,
das Weltgeschehen stoppen,
um sie noch einmal zu … sehen.

Ja, nur ein einziges Mal
Sie war so wunderschön.

In der Schönhauser Allee
da hab ich sie gesehen
Ich stopp das Weltgeschehen
um sie noch einmal zu sehen
Ja, nur ein einziges Mal
befreit mich von der Qual.

befreit mich von dieser Höllenqual.

Lied für Euch

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Tillevision
Text: Steiner

Tschak, tschak, tschak, tschak, tschak.
Manchmal muss ich heulen und lachen,
genauso wie die ollen Kasachen,
denk an mich, denk an Russenrap,
dann finden Dich all die Tussen nett
und auch die Brüder hören meine Lieder.
Manche sind Punks und manche sind Spießer.
Wohin soll denn die Reise gehen?
Mein Zielbahnhof: Nordostberlin!
Ich will nicht im Himmel tronen,
will Runden drehen im Velodrom,
will ne Wohnung haben am Wasserturm,
will sein wo meine Kumpies wohnen.
Dit is in Kreuzberg, Chefhain und P-Berg.
Wir dancen ewig wie im E-Werk.
Dit jeht auch ohne bunte Pillen.
Wir sind im Park und wollen Grillen.
Die Hits von Steiner
kennt hier wohl keiner.
Vielleicht seid Ihr jetzt schon völlig im Eimer.
Die Hälfte der Leute, die hocken auf Klo.
Ich hock auf der Bühne und rocke die Show.
Hebt jetzt jefälligst die Flossen mal hoch.
Hebt jetzt jefälligst die Flossen mal hohoch.

Ich sing dies Lied für Euch.
Ich weiß, ihr könnt es fühlen.
Ich mach Musik für Euch.
Da steckt mein Herzblut drin.

Ich sing für die, die Schläge kassieren.
Ich tu es für die, die sich immer blammieren,
ich rap für die, die sich Iros rasieren
und zuhause rausfliegen, die Familie verlieren,
weil sie gern ein bisschen anders wären
als die Eltern es sind.
Das ist nicht verkehrt.
Ich rap für die mit den dicken Warzen.
Ich sing für alle, die auf Hartz sind.
Ihr habt kein Grund für ein schlechtes Gewissen.
Vielleicht hockt ihr beim Bund und fühlt Euch beschissen.
Vielleicht wart ihr bei der NVA
oder fühlt Euch wie ein Mensch vom Mars,
ganz gleich wer ihr seid,
für Euch gebe ich Gas.
Also dreht völlig frei,
ich hoffe, ihr habt Spaß.
Ich bin leider nicht Nas
oder einer der Stars wie Jörg Rider und Mars
Ich bin Steiner. Das war’s.
Ich sing dies Lied für Euch.
Ich weiß, ihr könnt es fühlen.
Ich mach Musik für Euch.
Da steckt mein Herzblut drin.
(3x)

Spießerpunker

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Tillevision
Text: Steiner

Uh
Punks auf der Rechten
Spießer auf der Linken.
Hebt Eure Arme!
Fangt an zu trinken.
Ihr sollt ordentlich dancen
und nicht so rumhinken.
Schnappt Euch ein Mädel.
Bringt Euch auf Pegel.
Schnappt Euch einen Burschen.
Ihr sollt nicht verdursten.
Ihr sollt auf mich fliegen
wie ein Airbus auf Tegel.
Ich hab Hunger auf Hummer
und Durst auf Wurst.
Hebt Eure Limo und ich sag nur:
„Prost!“
Ich weiß, ihr könnt wie Hirsche röhren.
Lasst mich Eure Rülpse hören.
Ach dit klingt doch ziemlich jut.
Ick seh, Euch liegt dit feiern im Blut.
Ick seh, da gehen zwei reiern, na gut.
Manchen ist es eben zu viel.
Den fehlt dit Punker-Lebensgefühl.
Manchen isset och zu wenig.
Ich bin Jenz, der Spießerkönig.
Komm direkt aus Wegendorf.
Meine Mucke hört man in jedem Dorf.
In jeder Stadt und in jeder Town
loaden Leute meine Lieder down.
Was hoch geht, kommt wieder down.
Doch ich sag noch nicht auf Wiederschauen.
Erst will ich Leute jumpen sehen
als wäre der Boden ein Trampolin.
What comes up, must come down.
Ihr könnt mir auf die Speckrollen schauen,
wabbeldibabbel wie Pekinesen.
Ich fress alles wie Chinesen.
Hab Flugzeuge in meinem Bauch,
wackel ein bisschen, dann platzt der Schlauch.
Nee, lieber nicht. Vorsichtig!
Wenn ich jetzt platz, dann trifft es Dich.
Und das wollen wir beide nicht.
Das wär ganz schön ekelig.
Fettflecken gehen so schwer raus.
Ich will jetzt erstmal meinen Applaus.

Ein Kessel Buntes

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Tillevision
Text: Steiner

Hallo und Herzlich willkommen.
Mein Name ist Jenz Steiner,
the Funk Phenomenon.

Achso,

Reiß den Arm in die Luft, schrei Dir die Kehle wund.
Dräng’ die Menge weit nach hinten wie beim Bombenfund.
Ich checke die Lage,
sieht voll gut aus hier oben,
Herzblutmusik bringt Deine Schwester zum pogen, ja.
Hüpf’ im Kreis und spring ‘nen Bogen und durchbreche die Gitter,
man ich scheiß auf Verbote, denn wir
nehmen uns die Freiheit
und dit feiern wir heute
und Du grinst mich voll an
aus der kreischenden Meute, yeah.
Verschieb die Sorgen mal auf Morgen,
die Rechnung, den Job, die weggerannte Liebe,
das Geld, oh,
stehste schon durch, is gar nicht so schlimm.
Krisen sind da zum Erfahrungen gewinnen.
So viele Dinge schwirren durch Deinen Kopf,
Klappe auf, lasse raus mit ‘nem Bombenapplaus.
Schön, dass Du heute doch gekommen bist.
Tanz ein Loch in Deine Socken und fühl’ Dich geküsst.

B-E-R-LI-N
komm zu uns
werd unser Fan
B-E-ER-LI-N
geh zur Mutti
da kannste flennen
B-E-ER-LI-N
B-E-ER-LI-N
B-E-ER-LI-N

Yeah!
Haben sich die drei taler an der Kasse gekohnt?
Ich bin das kleene Männlein, was jetzt in Deinem Herzen wohnt.
Tillevision Beat, der zieht und dit spürste
wie ein Brötchen im Magen
und so leckere Bratwürste.
Reiß dit Been hoch und sag’s denen och:
“Scheiß auf Beatstreet und Wildstyle B-Boys!”
Da gibt es keinen Bezug zu unserem Leben,
wir sind Mittelklassekinder und feiern coole Feten.
Du denkst, was ich mach, dass das alles nur Schund ist,
dabei mach ich nichts Anderes als ein Kessel Buntes.
Au ja, ich steh’ auf Kesselgulasch,
‘ne schöne Erbsensuppe mit ‘ner dicken fetten Wurscht.
Mmmh, die dampft so schön und schmeckt so deftig,
jeden Tag so ein Süppchen, das macht groß und kräftig.
So kräftig wie Du da, so groß wie Dein Bruder!
Die Stimmung hier im Saal gerät heftig aus dem Ruder.

B-E-R-LI-N
komm zu uns
werd unser Fan
B-E-ER-LI-N
geh zur Mutti
da kannste flennen
B-E-ER-LI-N
B-E-ER-LI-N
B-E-ER-LI-N

P-Berg-Hymne

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Tillevision
Text: Steiner

Die Berliner Rap-Legende, ich Jenz Steiner, hebt die Hände.
Tanzt zu Tillevisions Loop! Macht Euch frei und fühlt Euch gut.
Ick steh uff de Bühne und träller ein Liedchen.
Berlin ist korrupt wie Eberhardt, Diepgen, Momper, Landowsky, Sarrazin,
dit wird noch einjet nach sich ziehen, ins Milliardengrab Berlin,
Schuldenking von Germany, Großflughafen, Humboldt-Forum,
15.000 ohne Wohnung, Anlaufstellen für Obdachlose,
alle geschlossen, tote Hose,
in P-Berg wird nur rumgesessen,
unterm Heizpilz rumgefressen.
Ich frag mich, wo meine Bekannten leben.
Hier kann man sich nur noch die Kante geben.
Es gab auch mal Zeiten, da kannte ich hier jeden.
Es hat sich verändert, die We/ände, die Läden.
Geblieben sind die, die im Publikum stehen.
Ich freue mich viehisch, Euch heute zu sehen.
Ausrasten, freidrehen, Bruchglas im Vorbeigehen.
Jede Nacht ‘ne Scherbendemo.
Da wird man auch mal gerne retro.
Antifas und Kuschellinke,
alle zerstritten, Rumjedümpel.
Niemand kriegt was auf die Reihe,
alle verpeilt, nur Rumgeseier.
„Wie starb Benno Ohnesorg, ein Student in Westberlin,
kein Held - wird man sagen über ihn
und wird in die alten Städte einziehen, die neu sind
Benno Ohnesorg, die neu sind, Benno Ohnesorg.“
Wir lassen es krachen, haben den Donner geborgt.

Die Spuren des Häuserkampfes wurden alle übertüncht,
im Speicher unterm Wasserturm tausende gelyncht,
Bombenlücken, die Wunden des Krieges notdürftig verklebt,
mit glatten grauen Platten, in denen man mittelklasse lebt.
Urbanität und Toleranz und kaschiertes Spießertum.
Ich hab es 1000 Mal gesagt und werd es immer wieder tun:
„Setz die Hassi auf! Hol den Bushammer raus!“
Mach kaputt was Dich kaputt macht,
sonst sind Deine Träume auf Sand gebaut, angestaut,
den besten Freunden anvertraut.
Hast die Hoffnung aufgegeben,
lebst zurückgezogen im Hinterhaus
mit billiger Auslegware.
Über den Hof Deines Hauses latschen Lehrerehepaare
mit 68er Outfit und aufgeschlossenem Blick.
Morbidität hat ihren Charme und ist so ursprünglich und schick.
Zerstört und verklärt, der Mythos Prenzlauer Berg.
Abrissreife Bausubstanz gewinnt wieder an Wert.
P-Berg (8x)

Seitenflügel, vierte Etage

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Dexter
Aufnahme: Cutterlysator
Text: Steiner

Hängen geblieben im letzten Jahrzehnt.
Meiner einer Kumpel schwärmt,
der andere gähnt.
Tags im Hausflur, Eier auf Busse,
Trommeln am Kolle und feiern wie Russen.
Dit is P-Berg, nicht Paris Montmartre.
Man kennt meinen Bezirk von einer Doku auf arte.
ich bin der King, P-Bergs Bonaparte,
komm mich besuchen in meinem kleinen Appartment,
Seitenflügel, vierte Etage, direkt unterm Dach,
an der Tür steht mein Name,
ich mache Dir auf,
fall Dir in die Arme,
dann nehmen wir was auf,
später gehen wir noch baden,
machen ein drauf mit nem Glas Limonade
und leckerem Eis und sehen nicht mehr gerade.
Dahinten wohnt Tille,
da kann man mal bimmeln,
das Fenster steht offen,
ich hör viele Stimmen.
Max und Martin, Serch und V-Mann
trifft man in seinem Studioraum an,
alle hören Traumzauberbaum an.
Mimelitt das Stadtkaninchen
repräsentiert unsere Stadt Berlinchen,
Knusperflocken und Filinchen
dit kennt man nur hier
und nicht in München,
schließ die Augen, kannst Dir wat wünschen.
Dit wird och in Erfüllung gehen
wenn wir auf den Dächern stehen
und hoch zu den Sternen sehen (3x)

Berlin Babylon

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Tillevision:
Text: V-Mann, Steiner

V-Mann: Willkommen in Babylon.
Menschen detonieren vor meinen Füßen wie Nagelbomben.
Ich sah es kommen.
Die Frustration artikuliert sich
auf den Straßen von Berlin.
Komm und sag mir, was Du siehst.
Soziale Wohnprojekte betten sich malerisch zwischen Bürokomplexen.
Yuppies chillen im Holodeck und nuckeln an Kokaretten. Ho!
Es ist der Erste des Monats.
Hol Dir Dein Scheck und dann lächle wie Freaks auf Amphetaminen.
Sieh wir der schwarz-rot-goldene Traum sich manifestiert
mit 24 mal 7 Dich hypnotisiert vor Deinem TV Screen, Kid!
Wirf einen Blick auf Dein versteinertes Konterfei.
Diese Welt ist bevölkert von Zombies.
Alles ist Sonnenschein.
Werft die Bombe! Ihr Bitches, die Show läuft nicht.
Die Politik prostituiert sich.
Die 110 ist ein Witz.
Die Uniform winkt mit der Walther.
Ich winke mit der Flag,
gewidmet allen Mutterfickern und den Kindern dieser Stadt.

Steiner: Neohippies leben zurückgezogen in der Lychner Straße
und trommeln nur für Workshops, für die sich sich bezahlen lassen.
Es gibt Leute, die versuchen sich selbst treu zu bleiben
In meinem Alter trennt sich langsam auch die Spreu vom Weizen.
Sie waren jung und revolutionär, doch nur in der Szenekneipe
und lamentierten in Endlosschleifen, wenn es draußen Steine schneite.
Reisebusse sind mir egal geworden wie bavarische Touristenhorden.
Was machen die Kommunisten morgen? Sag es mir und Du kriegst einen Orden.
Den Thälmannpark gibt es immer noch. Den haben sie noch nicht umbenannt.
Da sind wir damals rum gerannt mit einem Streichholz in der Hand
und haben alles angebrannt. Uns fehlte ein bisschen Sachverstand.
Du findest mein Leben interessant. Warum ist Deins nur nicht so spannend.

Berlin Prenzlauer Berg ist meine Heimat, Dimi, Bonni und Hans Beimler, Anton Saefkow und Erich
Weinert.

Ich war mit Mädels demonstrieren für sowas wie eine bessere Welt.
Nachts klauten sie teure Bikes und machten tierisch Geld.
Unser neuer Hausbesitzer war ein krasser Ossihasser,
dropte Tempo-Taschentücher und stank voll nach Köllnisch Wasser.
Er war ein Botschafter der Unbarmherzigkeit,
hielt drei Polen aus Zakopane für die schwerste Drecksarbeit.
Hochstapler, Jobjäger, Drückerbanden, Abkassierer,
Autohändler, Treuhänder, Aufbau-Ost-Subventionskassierer.
Unser Nachbar gegenüber kam auch mit der neuen Zeit nicht klar,
sah wie sein verdrehter Körper auf der anderen Straßenseite lag.
Weiße Kittel packten ihn an seinen blutdurchtränkten Jeans,
fuhren seinen Körper durch Berlin zur Gerichtsmedizin.
Er ist tot wie seine Heimat.
Seine Frau hat ihm verziehen.

Berlin Prenzlauer Berg ist meine Heimat.
Die Fassaden sind Sargdeckel der Geschichte von Jenz Steiner (2x)

Berlin, Berlin Du bist Scheiße

Thursday, May 14th, 2009

Musik: Drumkid
Aufn., Backup Vocals: Cutterlysator
Text: Steiner

Ich brauch kein gottverdammtes deutsches Ordnungsamt.
Ich will ne Straßenbahn und keine Metrotram.
Was muss P-Berg plötzlich Teil von Pankow sein?
Was sucht der Görlitzer Park im Friedrichshain.
Ich würd auch gern mal wieder richtig baden gehen,
doch die Halle ist dicht.
Nichts da mit Bahnen drehen.
Grund genug durchzudrehen,
doch es ist wie es ist.
Berlin, Du bist so scheiße.
Berlin, Du bist beschis-ssen.
Wenn ich heut durch meine Straße geh,
tut mir gleich der Magen weh,
wenn ich den Schwabenladen seh.
Wo ist die Späte hin?
Wo sind die Kumpels hin?
In meiner alten Buchte wohnt ein Yuppie-Pärchen drin.
Papi hat die ganze Hütte ausgebaut,
doch der Schwabenvermieter hat das ganze Haus beklaut.
Tags im Hausflur, rausgeruppte Stukkatur,
Videoüberwachung, neue Sicherheitsstruktur.

Berlin, Berlin, Du bist scheiße, aber trotzdem ganz schön geil. (2x)

Komm nach Berlin, um Dich auszuleben.
Berlin, die Stadt der Clubszene mit Nachtleben.
Das Künstlereldorado mit Radio Paradiso.
An jeder Ecke trifft man Stars,
natürlich alle incognito.
Brachland, alte Fabriken,
leerstehende Läden,
an jeder Ecke Streetart,
Hundekacke auf den Wegen.
Das ist das passende Millieu für Dich.
Du sprudelst vor Ideen.
Es gibt nur eine Stadt für Dich
und das ist Spreeathen.
Dein Haus ist frisch saniert,
die Lieblingsbar ein bisschen ranzig.
Du gehst in Clubs, bist Mitte zwanzig.
Aber Du tanzt nicht.

Berlin, Berlin, Du bist Scheiße, aber trotzdem ganz schön geil. (2x)
Berlin, Berlin, Du bist Scheiße, richtig Scheiße.